
In seiner Enzyklika «Magnifica Humanitas» fordert Papst Leo XIV. uns auf, die Würde und die Berufung des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz zu bewahren. Angesichts des technologischen Fortschritts geht es weder darum, der Angst nachzugeben, noch blindes Vertrauen in die Technik zu setzen. Vielmehr müssen wir mit Mut und Verantwortungsbewusstsein erkennen, wie der Fortschritt jedem Einzelnen und dem Gemeinwohl dienen kann. Gemäss einer besonders aufschlussreichen Formulierung der Enzyklika besteht unsere Aufgabe darin, «die Technik voranzubringen, ohne das Herz zurückfallen zu lassen».
Diese Aussage steht in tiefem Einklang mit der Mission des Œuvre St-Justin. Ausbilden bedeutet nicht nur, Wissen zu vermitteln oder auf einen Beruf vorzubereiten.Es bedeutet, jedem Einzelnen zu helfen, seine Intelligenz zu entwickeln, seine Freiheit auszuüben, sein Urteilsvermögen zu stärken und die Verantwortung zu entdecken, die er gegenüber anderen trägt.
Seit einem Jahr an der Spitze von St-Justin beobachte ich tagtäglich in unseren Wohnheimen – von Genf über Freiburg, Sitten und Lausanne bis nach Zürich –, dass die Begegnung und der Dialog von grosser Bedeutung sind. Nicht nur zwischen den Studierenden, sondern auch zwischen den Generationen – dank der geselligen, für alle offenen Treffen, die dort organisiert werden.
Herzlich willkommen, und ich freue mich darauf, Sie dort zu treffen,
Natacha Roos
Direktorin der Stiftung Justinus-Werk