Die Schweiz verfügt praktisch über keine Rohstoffe. Der Wohlstand seiner Einwohner hängt von «Dienstleistungen» ab, die weitgehend von der verfügbaren Ausbildung abhängen. Es ist auch recht klar, dass die Demokratie von der Möglichkeit zu diskutieren abhängt, was wiederum Bildung voraussetzt. Das Bildungssystem der Schweiz stellt also einen grossen Reichtum dar. Die Präambel der eidgenössischen Verfassung schliesst mit den Worten: «…die Stärke einer Gemeinschaft misst sich am Wohlergehen des schwächsten seiner Glieder.» Jedoch ist die menschliche Gemeinschaft grösser als die Schweiz und die gemeinsame Nutzung kultureller und materieller Güter ist Ausdruck der Achtung der Menschenwürde.
Gegründet in Freiburg im Jahr 1927, hat es das Justinus-Werk tausenden Studierenden aus dem Ausland (anfangs vielen Chinesen) erlaubt, von schweizerischen Bildungsinstitutionen zu profitieren, zuallererst von der Universität Freiburg. Es ist eine herausragende Form der Grosszügigkeit, die der Schweiz alle Ehre macht. Man kann viel über demokratische Gesellschaft reden oder über wirtschaftliche Entwicklung, aber es ist jedoch vor allem sinnvoll, die Voraussetzungen dieser Realitäten und ihre Bedingungen bekannt zu machen.
Die ursprünglichen Realitäten haben sich weiterentwickelt. Nicht nur hat das erste Foyer von Freiburg Ableger in Genf und Zürich, dann in kleinerer Form in Lausanne und Sitten. Zusätzlich spricht das Werk viele Stipendien an Studenten zu, die sich in ihren Heimatländern weiterbilden. Dies ist zum einen eine Hilfe für diese Studenten und ihre Institutionen und erlaubt es dazu auch, mehr Personen zu unterstützen.
| In der heutigen Welt kann man eine grosse Ausbreitung des Kommunalismus beklagen: dasPhänomen in sich geschlossener Gesellschaften in einer mehr oder weniger abwehrenden,defensiven Haltung, sei es im Innern eines Landes oder breiter. Dies ist nicht ohne Risiko,namentlich auf dem religiösen Gebiet. Das Justinus-Werk begünstigt im Gegenteil dieseKontakte zwischen Personen aus verschiedenen Kulturen und Religionen seit seinenAnfängen.Dies ist auch ein Dienst, den man oft katholischen Schulen in nichtchristlichen Ländernzuschreibt und der die Liebe Gottes widerspiegelt, die jedem Menschen zuteil wird.Da, wo die Ignoranz Angst und Gewalt hervorruft, erzeugt das gegenseitige VerständnisFreude, Respekt und Frieden. Das Justinus-Werk trägt zu dieser positiven Bewegung bei.Was ich hier schreibe, entspringt nicht nur aus einer theoretischen Überlegung. Ich habedies in den Studentenheimen des Werkes oft beobachtet, und dies mit Freude. Es ist nichtaus Pflichtgefühl, das ich mich hier engagiere, aber mit Freude und Überzeugung.
+Charles Morerod, |
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